Vergessene Museen (XIII): Museum Berliner Arbeiterleben um 1900 (1987–1995)

Ansichtskarte-Mitte-Berlin-Museum-Arbeiterleben-um-1900-Wohnkueche-1988

Über zwanzig Jahre nach der Eröffnung von Charlotte von Mahlsdorfs Gründerzeitmuseum entdeckte auch die offizielle Museumspolitik der DDR die Alltagswelt des späten 19. Jahrhunderts als Thema. In dem Vorhaben „Kultur und Lebensweise des Proletariats“ darzustellen, richtete man in der rekonstruierten Husemannstraße im Haus Nummer 12 eine historische Arbeiterwohnung ein. Zwar wurde in erster Linie die Wohnkultur mit Spitzendeckchen und Nippesfiguren nachgebildet, aber dennoch erlag das Museum nicht der Nostalgie. Die kulturgeschichtliche Ausstellung gab, neben Alltagsleben und Wohnkultur, auch Einblicke in Bauwesen oder Freizeitgestaltung der Arbeiter um 1900. Nach 1989 standen solche Museen unter dem Generalverdacht, ideologische Propagandainstrumente der DDR gewesen zu sein – und so wurde auch das Museum in der Husemannstraße bald abgewickelt.

Literatur

Dietrich Mühlberg (Hg.): Arbeiterleben um 1900, Berlin (Ost) 1983; Neue Zeit, 25. Juni 1985, S. 8; Berliner Zeitung, 13. März 1986; Werner H. Krause: Plausch in Uromas guter Stube, in: Neue Zeit, 2. Mai 1987, S. 6; Florian Urban: Berlin/DDR – neo-historisch. Geschichte aus Fertigteilen, Berlin 2007, S. 157–160

Aus unserem Buch „Eine Geschichte der Berliner Museen in 227 Häusern“

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